Borkenwirthe, 31.5.07
Am Mittwoch fand beim Bundessortenamt (BSA) mit Vertretern des Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP) ein Gespräch statt.
Der BDP hat eine gewerbsmäßige Tochter, die Sortenfördergesellschaft (SFG) mbH, die Auftragnehmer des BSA ist; sie hat Monsanto mit der Durchführung beauftragt.
Das BSA bleibt bei seiner Forderung umpflügen; "Die Anordnung sei zeitnah umzusetzen."
Sortenfördergesellschaft und Monsanto hätten einen Bewirtschafterwechsel vorgeschlagen und angekündigt, den Klageweg beschreiten zu wollen.
Heute am 31.5. wird seitens der Bezirksregierung berichtet: Man habe eine Anhörungsfrist bis 31.5.07, 24 Uhr, eingeräumt, dann ergehe eine Ordnungsverfügung mit einer Durchführungsfrist von vier Kalendertagen. Monsanto habe Rechtsmittel angekündigt und könnte eine einstweilige Verfügung anstrengen. Die Verfügung besagt eindeutig: Pflanzen entfernen, nicht umpflügen (unsere Forderung!).
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indymedia, 31.5.07
In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 2007 wurde bei Syngenta in Maintal für Glasbruch gesorgt. Syngenta hält weltweit die meisten Patente auf genmani- pulierte Pflanzen.
Auf den G8-Gipfel in Heiligendamm stehen auch die Themen „Investitionsfreiheit und Patentschutz“ auf der Tagesordnung. Einer der Profiteure ist der Agrarkonzern Syngenta, wie Monsanto einer der größten Agrokonzerne.
genfood wordpress, 30.05.07
Unbekannte haben in der Nacht zu Dienstag ein 3000 Quadratmeter großes Mais-Testfeld in Bokel im Landkreis Cuxhaven zerstört.
Das Netzwerk fordert dringend auf, in Borkenwirthe von solchen Aktionen abzusehen. Einerseits wäre so was ein Strafrechtsbestand, andererseits würde das Monsanto aus der Pflicht entlassen, selbst Hand anlegen zu müssen. Diesen Triumpf wollen wir auskosten!
Der Chemiekonzern pflanzt seine gentechnisch veränderte Knolle Amflora doch. Während die EU den Vermarktungsantrag aus Sicherheitsgründen auf Eis gelegt hat, erlaubt die deutsche Zulassungsstelle (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) nun den experimentellen Anbau - auf 155 Hektar.
siehe auch Ulrike Höfken, MdB
www.morgenpost.de
Greenpeace 25.5.07
Verbraucherminister Horst Seehofer akzeptiert in seinem Entwurf zum neuen Gentechnikgesetz, dass Felder und Lebensmittel dauerhaft mit Gen-Pflanzen verunreinigt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein juristisches Gutachten, das Greenpeace zum Entwurf des neuen Gentechnikgesetzes in Auftrag gegeben hat.
Die vorgeschlagenen Sicherheitsabstände von 150 Metern zwischen Feldern mit Gen-Pflanzen und Äckern mit herkömmlichen Pflanzen sind viel zu gering, um Verunreinigung zu verhindern.
Deutsches Ärzteblatt, 25. Mai 2007
Frankreich prüft ein Verbot des auch in Deutschland umstrittenen Genmaises MON 810 der Firma Monsanto.
In Frankreich sind rund 30.000 Hektar mit dem Mais bebaut.
genfood wordpress, 23.5.07
Nachdem Unbekannte ein Feld mit gentechnisch veränderten Maispflanzen zerstört haben, wurde der Versuch abgebrochen. Der Überfall auf das Feld kam nicht überraschend.
BVL, 16.5.07
Das kleine Versuchsfeld ist heimlich gestrichen worden. Borkenwirthe hat nunmehr das Alleinstellungsmerkmal in NRW für MON 810.
Borkener Zeitung, 15.5.07
"Ich sehe da keine Änderung", verneint der CDU- Bundestagsabgeordnete Johannes Röring aus Vreden einen bundespolitischen Richtungswechsel bei der Grünen Gentechnik.
Tagesspiegel, 9.5.07
Das BVL hat mit angeordnet, dass die Abgabe von Saatgut mit gentechnisch verändertem Mais der Linie Mon 810 an Dritte nur erfolgen darf, wenn die Saatgutfirma Monsanto einen entsprechenden Monitoringplan vorlegt.
Das BVL vollzieht damit einen Erlass des Bundes- ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Es gäbe neue Informationen, die den „berechtigten Grund zu der Annahme“ geben, „dass der Anbau von Mon 810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt.“
Erlass/Bescheid an Monsanto
Stellungnahme Kanzlei GGSC
Presseerklärung der BVL
Pressemitteilung Monsanto
Das Netzwerk Borken ohne genmanipulierten Mais sieht sich in seinen Bedenken gestärkt und fordert die Firmen Monsanto bzw. Dekalb, das Bundessortenamt und den Bauern, auf dessen Feld in Borkenwirthe der genmanipulierte Mais seit dem 17. April ausgesät ist, auf, die GVO zu entfernen, und den MON 810-Maisanbau zu beenden.
Gentechnik-newsletter Kanzlei GGSC Mai 2007
Anbauer werden verpflichtet, den Mais der Linie MON 810 vor der Blüte zu ernten oder die Pollenfahnen dieser Maispflanzen während der Blütezeit mehrfach so abzuschneiden, dass kein Maispollen von den Bienen aufgenommen werden kann. Für den GVO MON 810 sei kein Zulassungsverfahren und damit keine spezifische Sicherheitsprüfung im Hinblick auf die Verwendung als Lebensmittel erfolgt.
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Acker in Borkenwirthe immer noch nicht gepflügt.
Die Ereignisse der vergangenen Tage haben die engen Verknüpfungen von Saatgutindustrie und Bundesbehörden offenbart. Wir Verbraucher, die Verbände und auch die Medien erhalten statt- dessen auf Nachfrage widersprüchliche Auskünfte und das trotz 'Verbraucher-Informationsgesetz'! Wir verlangen rückhaltlose Aufklärung über die Zusammenhänge, die Bezirksregierung Münster ist als Aufsichtsbehörde eingeschaltet.
Die Geschehnisse zeigen, dass der Referenten- entwurf (News Archiv Mai 07) zur Änderung des Gentechnikgesetzes so nicht beschlossen werden darf.
Gute Nachricht am 10. Mai 07: Laut Recherche des BUND hat das Bundessortenamt (BSA) eine Verfügung erlassen: Der Mitte April in Borkenwirthe gesäte Mon 810 Genmais soll untergepflügt werden!
Und das aber nicht aufgrund des unten genannten Erlasses, sondern weil Monsanto vorgegebene Abstände nicht eingehalten hat, also eine weitere Unzulänglichkeit. Monsanto ist über das BSA verärgert, dass solche "Interna" an die Öffentlichkeit gelangen; um so mehr verlangen wir Aufklärung und Information.
Um die Verwirrung komplett zu machen:
Die EU-Kommission hat am 25.4.07 (Amtsblatt der EU L117 vom 5.5.07) entschieden: "Das Vorhandensein von Material, …, in Lebensmitteln oder Futtermitteln, …, wird bis fünf Jahre nach dem Datum der Bekanntgabe der vorliegenden Entscheidung tolleriert, sofern dieses Vorhandensein zufällig oder technisch unvermeidbar ist und der Gehalt weniger als 0,9% beträgt."
Greenpeace, 11.5.07
Der untersuchte Gen-Mais MON810 von Monsanto produziert das gentechnisch hineinmanipulierte Insektengift völlig unberechenbar - und keiner weiß, warum das so ist.
Als unverantwortlich bewertet Greenpeace die Ankündigung von Bundesminister Seehofer und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) den kommerziellen Anbau der Gen-Saaten im Jahr 2007 nicht zu verbieten.
Spiegel, 10. Mai 2007, Susanne Amann
Der Artikel schildert, wie der Biotech-Konzern auf den Erlass aus dem Hause Seehofer bzw. dem BVL schon im Vorfeld reagiert hat.
Informationsdienst Gentechnik, 7.5.07
Der Entwurf macht Folgendes deutlich: Wer Gentech-Pflanzen anbaut, soll geschützt werden. Die Umwelt sowie Verbraucher allerdings weniger. Wesentliche Änderungen:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, 4.5.07
Im Rahmen der Revision der Öko-Verordnung plant der Agrarministerrat, künftig Ausnahmen für Lebens- und Futtermittelzusatzstoffe zuzulassen, sollten diese nicht mehr gentechnisch unverändert verfügbar sein. Der BÖLW protestiert.
mehr … Leider umsonst, siehe Amtsblatt der L117 vom 5.5.07
1.2.2007
Beschreibung der Fläche in Borken beim BVL
(Um weitere Flächen zu finden, können Sie die Suchfunktion beim BVL nutzen.)
Eine Karte ist auf der BUND-Internetseite zu finden oder bei Google-Maps