News aus dem September 2007 (Teil 1, bis 17.9.)
Fast 100.000 Besucher bei den Bioerlebnistagen in München
93,7 Prozent gegen Gentechnik
Überwältigendes Votum muss bei der Novellierung des Gentechnikgesetzes berücksichtigt werden
Umweltinstitut, 17.9.07
München. Mit einem überwältigenden Votum gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft sind am Sonntag die Bioerlebnistage in München zu Ende gegangen. Das Umweltinstitut München fordert die Bundesregierung auf, das nahezu einstimmige Nein der Verbraucher bei der anstehenden Novellierung des Gentechnikgesetzes zu berücksichtigen.
Bundesrat vor der Entscheidung: Gentechnikgesetz pro oder contra gentechnikfreie Landwirtschaft?
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), 17.09.2007
BUND und der ökologische Anbauverband „Bioland“ haben die Bundesländer aufgefordert, das am Freitag im Bundesrat zur Beratung anstehende Gentechnikgesetz nachzubessern. Thomas Dosch, Präsident von „Bioland“: „Eine schleichende Verunreinigung der gesamten Nahrungskette mit gentechnisch veränderten Organismen darf nicht legitimiert werden. Der Bundesrat muss sich eindeutig hinter die Bauern stellen. Wenn das Gesetz nicht nachgebessert wird, bedeutet dies das langsame Aus für die gentechnikfreie Agrarproduktion. Betroffen sind davon die biologische und die konventionelle Landwirtschaft gleichermaßen.
GENFREI GEHEN – 1200 km für eine gentechnikfreie Welt zurückgelegt
Genfrei Gehen, 15.9.07
Joseph Wilhelm, Bio-Pionier und Vorstand der RAPUNZEL NATURKOST AG, ist nach 7 Wochen, 44 Etappen, 1.185 km und Millionen von Schritten in Lindau angekommen. Sein Marsch für eine gentechnikfreie Welt vom 28. Juli bis zum 15. September 2007 längs durch Deutschland – von Lübeck nach Lindau - von der Ostsee bis zum Bodensee hat 4.037 Menschen begeistert mitzuwandern.
Gen-Technik produziert die Sorgen der Zukunft
MdE Evelyne Gebhardt zu Besuch bei den
Fränkischen Nachrichten, 15.9.07
Evelyne Gebhardt, SPD-Europaabgeordnete aus Baden-Württemberg, ist “strikt” gegen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel, denn “mit Gentechnik produziert man die Sorgen der Zukunft”. Die Gentechnik-Lobby sei sehr stark, und die EU-Kommission stehe der Gentechnik ebenfalls sehr offen gegenüber. Das wiederum führe dazu, so die Abgeordnete, dass “das Parlament einen ständigen Abwehrkampf” führen müsse. Das Parlament versuche, der Kommission Grenzen zu setzen und mehr Sensibilität zu erzeugen. Was Gebhardt wundert: während in Frankreich schon rund 80 Prozent der Fläche zur genfreien Zone erklärt wurde, steht man hier in Deutschland noch vor einem “Flickenteppich”.
Dow und Monsanto erforschen neue Gentech-Maissorten
Baseler Zeitung, 14.9.07
New York. SDA/baz. Der US-Chemieriese Dow Chemical will zusammen mit dem weltgrössten Saatguthersteller Monsanto neue, gentechnisch veränderte Maissorten erforschen. Die neuen Maisarten sollen etwa 2010 auf den Markt kommen und gleichzeitig acht verschiedene Resistenzen aufweisen.
Enttäuschung nach EuGH-Entscheidung
medianet.at, 14.9.07
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat gestern das oberösterreichische Gentechnik-Anbauverbot endgültig gekippt. Damit hat das Land einen jahrelangen Rechtsstreit verloren. Man wolle aber weiterhin am Anti-Gentechnik-Kurs festhalten und die bestehenden Importverbote verteidigen, betonten die Verantwortlichen.
Sichere Lebensmittel durch sichere Futtermittel
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Pressemitteilung vom 10.9.07
Tierische Lebensmittel sind ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Eine einwandfreie Qualität dieser Lebensmittel ist nur dann zu erreichen, wenn die Tiere, aus denen die Produkte gewonnen werden, mit qualitativ einwandfreien Futtermitteln ernährt werden.
Im Rahmen des Deutschen Lebensmittelchemiker- tages 2007 werden die Zusammenhänge zwischen effektiver Futtermittelüberwachung und Lebens- mittelsicherheit zusammenfassend beleuchtet.
Viele Futtermittel enthalten gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Verfüttern Sie bitte GVO-freies Futter; siehe unsere Seite "Gentechfreie Futtermittel".
Maiswurzelbohrer nachhaltig bekämpfen
agrar heute, 10.9.07
Passau - Der Biokreis Ostbayern fordert, den Maisanbau auf 25 Prozent in der Fruchtfolge zu begrenzen, um das Schadinsekt über die Fruchtfolge zu bekämpfen.
Erfahrungen aus anderen Ländern der letzten Jahre würden zeigen, dass dem Maiswurzelbohrer mit chemischen Mitteln kein Einhalt geboten werden könne. Trotz Einsatz von Gentechnik und Insektiziden in Nordamerika entstand den Farmern jährlich ein Schaden in Milliardenhöhe.
Gentechnik-Demo in Wallerdorf
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Osterhofen,
Pressemeldung vom 9.9.2007
Auch am Sonntag, 9.8.2007, fanden sich wieder zahlreiche Gentechnikgegner vor der Kirche in Wallerdorf zu einer Kundgebung ein mit anschließendem, diesmal lautstarken Marsch mit Trillerpfeifen und Trommeln durch den Ort zum Bauernhof der Vandiekens. Vandieken ist der einzige Landwirt in ganz Niederbayern, der auf seinen Feldern gentechnisch veränderten Mais - MON810 - im Auftrag der amerikanischen Firma Monsanto anbaut, bzw. anbauen lässt.
Weltgetreidemarkt – «Die Versorgung der Weltmärkte ist kritisch»
Saatgutkonzerne wie Monsanto oder Pioneer wittern ihre Chancen
Zeit-Fragen, 9.9.07
Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit findet auf den globalen Rohstoffmärkten eine interessante, aber auch alarmierende Entwicklung statt. Die Weizenpreise nähern sich alten Rekordmarken, die Notierungen an den Terminbörsen stiegen in nur einer Woche um 20 Prozent – und das beim wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt.
Die noch massivere Anwendung der Gentechnik und weitere Umstellung auf gentechnisch veränderte Sorten verschärfen die Situation schon mittelfristig durch dramatische Einflüsse auf die Umwelt mit verheerenden Folgen. Doch gerade in dieser Situation wittern die großen Saatgutkonzerne wie Monsanto oder Pioneer ihre Chancen und versuchen diese gnadenlos auszunützen. So versucht der Saatgutmulti Pioneer, die geplante Zulassung seiner Gen-Maissorte Herculex in der EU durchzudrücken.
Gen-Raps in Lippstädter Saatgutunter- nehmen
7.9.07
Wieder einmal war unzulässigerweise genmanipu- liertes Saatgut aufgetaucht, diesmal verunreinigter Raps. Alle paar Wochen ein neuer Beweis der Unzulänglichkeit! Dennoch behaupten einige Politiker immer noch, Koexistenz sei möglich.
Hier sind die
PM des BUND Landesverbands NRW und der
Bericht der Landesregierung an den Ausschuss für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Gen-Kontamination: „Verursacher muss zahlen!" Raps-Saatgut durch BAYER-Produkt verunreinigt - „EU-Zulassung zurückziehen“
Umweltschutz-NEWS.de, 6.9.2007
Die in der vergangenen Woche bekannt gewordene gentechnische Kontamination von Raps-Saatgut geht nach Angaben des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums auf ein Produkt der BAYER AG zurück. Nach Angaben einer Sprecherin des Ministeriums wurde bei einer routinemäßigen Untersuchung Glufosinat-resistentes Saatgut gefunden. Das Herbizid Glufosinat findet sich in den BAYER-Produkten BASTA und LIBERTY.
„Weder der Händler noch die betroffenen Landwirte dürfen auf diesem Schaden sitzen bleiben. Hierfür muss der BAYER-Konzern als Verursacher aufkommen“, so Jan Pehrke von der Coordination gegen BAYER-Gefahren. „Der Fall zeigt einmal mehr, dass Gentechnik in der Landwirtschaft unweigerlich zur Kontamination von herkömmlichem Saatgut führt."
Gentechnik: 189 Abgeordnete haben geantwortet
compact newsletter, 4.9.07
Mittlerweile haben Campact-Aktive fast 20.000 E-Mails an die Wahlkreisbüros Ihrer Bundestags- abgeordneten geschickt, damit sie sich in den nächsten Wochen gegen die Verwässerung des Gentechnik-Gesetzes einsetzen. 189 Abgeordnete haben geantwortet. Wir haben eine neue Übersicht über der Antworten erstellt.
Lesen Sie die Antworten der Abgeordneten und antworten Sie ihnen:
http://www.campact.de/gentec/abgantwortendatum
Haben Sie die Protest-Mail schon an Ihre Abgeordneten vor Ort geschickt?
http://www.campact.de/gentec/abg1/abgmail
Gentech-Weizen neben Bio-Feldern
20minuten.ch, Tina Fassbind, 4.9.07
Das Bundesamt für Umwelt gibt der ETH und Universität Zürich grünes Licht für die Freisetzungsversuche von Gentech-Weizen. Die Biobauern in unmittelbarer Nachbarschaft der Versuchsfelder sind beunruhigt.
Bundesregierung subventioniert Agro-Gentechnik mit 25 Millionen Euro
Cholera-Kartoffeln statt Bioanbau
Förderung der Gentechnologie geht zu Lasten der ökologischen Landwirtschaft
Umweltinstitut, PM 3.9.07
München. In Deutschland werden Entwicklungsvorhaben für genmanipulierte Pflanzen derzeit mit Steuergeldern in Höhe von 25 Millionen Euro gefördert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion hervor. Das Umweltinstitut München sieht in dieser Unterstützung der Agro-Gentechnik einen handfesten Skandal.
Kanada: Sammelklage von Biobauern zugelassen - Monsanto und Bayer sollen für Gen-Kontamination haften
cbgnetwork, 2.9.07
Der Gerichtshof des kanadischen Bundesstaats Saskatchewan hat eine Sammelklage von rund 1000 Biobauern gegen die Konzerne Monsanto und Bayer CropScience zugelassen. Die Landwirte fordern Entschädigungen für Einnahmeverluste, die durch die Kontamination ihrer Raps-Ernte durch genmanipulierte Sorten entstanden sind.
Eine Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA) hatte im vergangenen Jahr für Raps ein hohes Auskreuzungsrisiko festgestellt. Gen-Raps kreuzt sich nicht nur mit normalen Raps-Pflanzen, sondern auch mit Rüben, Kohlrüben oder dem Schwarzen Senf. Kreuzen sich herbizidresistente Pflanzen mit normalen Pflanzen, besteht die Gefahr, dass sich die Resistenzen übertragen. Da Gen-Saat mehrere Jahre im Boden überdauern kann, können sich solche Gen-Übertragungen über Jahre hinweg unkontrolliert fortsetzen. In Kanada sind bereits Pflanzen entstanden, die gegen drei Herbizide gleichzeitig resistent sind. Die kanadische Royal Society befürchtet daher, dass auswildernder, resistenter Raps zum größten Unkraut-Problem Kanadas wird.