News aus dem Juli 2007 (Teil 1, bis 10.7.07)
Gen-Mais MON 863
Erneuter Persilschein von der EFSA
Genfood? Nein danke! 10.07.07
Trotz erheblicher Sicherheitsbedenken von EU-Mit- gliedsstaaten und unabhängigen Wissenschaftlern hat die europäische Lebensmittelbehörde EFSA den Gen-Mais MON 863 von Monsanto erneut für „sicher“ erklärt. Dabei stützte sich die Behörde nur auf umstrittene Fütterungsversuche von Monsanto. Eigene Studien hält sie nicht für notwendig.
Die grüne Europa-Abgeordnete Hiltrud Breyer forderte Verbraucherschutzminister Seehofer auf, bei MON 863 den Kopf nicht länger in den Sand zu stecken: „Die Bundesregierung als Erstzulassungsland hat die Möglichkeit, bei der EU-Kommission die Neubewertung zu veranlassen. Dies muss sie umgehend tun.“
Syngenta kauft Gemüsesaatgutanbieter
ernaehrungsdienst.de, 10.07.07
Syngenta übernimmt den israelischen Gemüse- saatgutanbieter Zeraim Gedera Ltd für rund 95 Mio. US-$ von der israelischen Private-Equity-Gruppe Markstone Capital Partners. Mit Saatgut für Tomaten, Paprika und Melonen hat Zeraim Gedera 2006 rund 33 Mio. US-$ umgesetzt.
Syngenta ist nach eigenen Angaben ein Marktführer im Pflanzenschutz und nimmt am Markt für hochwertiges kommerzielles Saatgut Platz 3 ein. Der Umsatz 2006 betrug rund 8,1 Mrd. US-$.
Wieder ein Beweis für fortschreitende Konzentration! Syngenta ist ähnlich Monsanto einer der größten Produzenten gentechnisch veränderter Organismen.
Schon über 10.000 ha gentechnikfrei
Zivilcourage Vogelsberg, 7.7.07
Knapp ein halbes Jahr nach Gründung von Zivilcourage Vogelsberg verzichten schon über 170 Landwirte per Unterschrift freiwillig auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Ebenso setzen sie keine gentechnisch veränderten Futtermittel ein.
Machen auch Sie im Westmünsterland mit:
Siehe Aktionen / Gentechnikfreie Region
Christoph Pries, MdB (SPD)
nimmt Stellung zur Grünen Gentechnik
Schreiben vom 6.7.07
MdB Pries schreibt: ". . ., dass ich den Anbau von genmanipuliertem Mais der Linie MON 810-6 der Firma Monsanto im Kreis Borken ablehne. da den ökologischen Risiken kein landwirtschaftlicher Nutzen gegenübersteht. . . . Unabhängig davon bin ich aber weiterhin der Auffassung, dass das Thema grüne Gentechnik zu vielschichtig für ein grundsätzliches Für und Wider ist."
Weiter benennt Pries konkret die Standpunkte der SPD, die in den Verhandlungen mit dem Koalitionspartnervertreten werden.
Schreiben auch Sie Ihre Bundestagsabgeordneten an. Über die Campact-Aktionsseite ist das ganz einfach; siehe "Mitmachaktionen"
Bald Patente auf alles, was lebt,
kreucht und fleucht?
Greenpeace, Michael Richter, 10.07.2007,
Erneut hat Greenpeace gegen eine Entscheidung des Europäischen Patentamtes (EPA) in München Einspruch eingereicht.
Bei den Sonnenblumen kommt Gentechnik gar nicht zum Einsatz. klingt absurd, hat aber einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund: Firmen versuchen, mit Patenten die Kontrolle über Pflanzen und Lebewesen zu erlangen. Sie könnten dann bestimmen, welche Pflanzen und Tiere überhaupt noch genutzt werden dürfen. Und jeder Landwirt müsste dafür auch noch Lizenzgebühren zahlen.
Künast wirft Gentechnikunternehmen
manipulative Forschung vor
agrarheute.com (dpa/lhe), 9.7.07
"Die Studien und Versuche sind völlig an den Interessen der Unternehmen ausgerichtet. Da wird der Versuchsaufbau oft so ausgerichtet, dass die erhofften Ergebnisse gemessen werden. Mit repräsentativer Forschung hat das nichts zu tun." Zudem zeige unabhängige Forschung, dass Genversuche auch gefährlich seien: "Die Manipulationen verschwinden ja nicht einfach wieder. Wie bei chemischer Verunreinigung zieht sich auch das durch die ganze Nahrungskette und landet schließlich beim Menschen. Wir brauchen keinen Genmais. Die Abwehr gegen Schädlinge, was Monsanto als Ziel vorgibt, ist einfacher und besser zu erreichen." So könne mit einer wechselnden Fruchtfolge der Schädlingsbefall erheblich reduziert werden. "Schädlinge gibt es in großer Zahl nur in Monokulturen, die zudem den Boden auslaugen und die Erosion erhöhen."
Bundestag gegen Einschränkungen
bei Freisetzung von Genpflanzen
agarheute.com, 9.7.07
In der Diskussion über die Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen hat der Bundestag mehrere von den Grünen geforderte Einschränkungen abgelehnt.
CDU/CSU, SPD und FDP stimmten am Donnerstag gegen Anträge der Grünen. Diese hatten sich unter anderem dafür ausgesprochen, die Freisetzung von Genpflanzen in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) zu stoppen.
Katholische Kirche betreibt
Gentechnik-Forschungszentrum
Schrot & Korn, Juli 2007
"Die Biopark-Gmbh in Gatersleben/Sachsenanhalt ist ein Forschungszentrum für Agrargentechnik in Deutschland, Es bietet Infrastruktur für Existenz- gründer aus dem Bereich der Pflanzen-Biotech- nologie und stellt Gewächshäuser und Freiflächen für Anbauversuche bereit. In unmittelbarer Nähe betreibt die Genbank IPK Erhaltungszüchtung für 150000 Kulturpflanzen aus aller Welt. Biopark gehört der Gero AG, diese wiederum dem Bistum Magdeburg.
Seehofer gegen Grüne Gentechnik
Bio-Markt.info, Juli 2007,
Quelle: AoeL-Presseerklärung
Die "Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller" hat die Kandidaten für den zukünftigen CSU-Parteivorsitz, Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer (Bild) und Staatsminister Huber, zum Einsatz von GVO in der bayerischen Landwirtschaft befragt. Während Herr Huber eher ausweichend antwortet und sich für weitere Forschung ausspricht, teilte Minister Seehofer mit, dass er für die Grüne Gentechnik in Bayern keine Perspektive sieht!
(Anm.: Vgl. News vom 27.6.07 unten:
Griechenland verlängert Verbot für Gentech-Mais; Andere Länder andere Möglichkeiten? Wohl kaum!)
Seiner Meinung nach ist aufgrund der klein strukturierten Landwirtschaft in Bayern ein Gentechnik-Anbau ohne ökonomische Beeinträchtigung von Nachbarn nicht möglich.
Aufgrund der europarechtlichen Vorgaben sieht Minister Seehofer keine Chance Bayern per Gesetz zum „gentechnikfreien Land“ zu machen. Der Minister hält es jedoch für sehr sinnvoll, wenn sich möglichst viele bayerische Bauern zu gentechnikfreien Anbauregionen zusammenschließen. „Angesichts der geringen Akzeptanz von gentechnisch veränderten Produkten in unserer Gesellschaft kann ich mir nicht vorstellen, dass die Landwirte . . . von solchen gentechnisch veränderten Pflanzen Gebrauch machen".
(Anm.: Wenn er's ernst meinte, hätte er nicht diesen Referentenentwurf vorgelegt, oder?)
Durchwuchs: Gentech-Mais überwintert erstmals in Deutschland
Save Our Seeds in taz-Blog, 3.7.07
Gentechnisch veränderter Mais hat in diesem Jahr auf einem Versuchsfeld der Firma Monsanto in Nordrhein-Westfalen
(Anm.: Werne; aber ja vielleicht auch in Borkenwirthe?) erstmals überwintert. Im Jahr 2006 ausgesäter Gentech-Mais wuchs aufgrund des milden Winters im Frühjahr 2007 unplanmäßig erneut auf den betroffenen Feldern. Damit muss ein wichtiger Grundsatz der Risikoabschätzung bei der Verbreitung von gentechnisch verändertem Mais zu den Akten gelegt und die Frage der Koexistenz auf dem Maisacker völlig neu bedacht werden.
Denn der Durchwuchsmais könnte Auswirkungen (Risiken) auf die Koexistenz mit konventionellen bzw. ökologischem Anbau in der Umgebung haben.
Bericht der zuständigen Umweltverwaltung des Regierungsbezirkes Arnsberg
SPD will Aufklärung über Monsanto
Borkener Zeitung, 3.7.07
Die SPD will das Thema "Monsanto und Genmais" auf die Tagesordnung der nächsten Umweltaus- schusssitzung setzen. Fraktionsvorsitzender Klaus Bunse bezieht sich auf TV-Berichte, die sich kritisch mit den "Machenschaften" des amerikanischen Unternehmens Monsanto auseinandergesetzt hätten.
Horst Seehofer
Interview von Martin Fütterer, 2.7.07
Bundesagrarminister Horst Seehofer über den Anbau von Genmais, notwendige Sicherheitsabstände, die Aktivitäten des Saatgutherstellers Monsanto und seine Kandidatur für den Parteivorsitz der CSU.
Absage aus Brüssel
Noch keine Zulassung für Amflora / Gen-MaisHerculex bleibt vorerst illegal
Genfood?-Nein danke! 2.7.07
Die EU-Umweltminister haben ihre Entscheidung über die Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora vertagt. Abgelehnt haben es die Mitgliedsstaaten, den Gen-Mais Herculex RW zuzulassen.
Was Sie sicher auch interessiert:
Maiskolben statt Spritze
Financial Times Deutschland,
Peter Kuchenbuch, 11.7.07
Agrokonzerne wie Monsanto stehen hoch im Kurs. Täglich schießen neue Destillerien im Mittleren Westen der USA aus dem Boden, um aus Maiskörnern Ethanol zu brennen, das Benzin beigemischt wird. Ein Boom, der dem Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern Monsanto nun eine Rekordbewertung an der Börse beschert hat.
Monsanto dürfte eigenen Angaben zufolge den Gewinn pro Aktie im laufenden Geschäftsjahr um rund 35 Prozent steigern. Der Wert der Monsanto-Aktie hat sich in den zurückliegenden fünf Jahren vervierfacht.
"Wir glauben, der lukrative amerikanische Maismarkt wird der größte Wachstumsträger für Monsanto bis 2010 sein", schreiben die Analysten von JP Morgan. Mittlerweile sei der Anteil der Monsanto-Gentechnik in US-Mais auf 66 Prozent aller angebauten Sorten gestiegen.
Gerade erst hat der Konzern die Preise für Saatgut um bis zu 25 Prozent erhöht - die Nachfrage macht es möglich. Saatgut plus Spritzmittel gehören im Doppelpack zusammen. Daher zieht 2007 auch der Umsatz des Spritzmittels Roundup, des meist verkauften Pestizids der Welt, auf geschätzte 2 Mrd. $ an, sagen Analysten. Der Konzernumsatz werde bei 3,4 Mrd. $ liegen.
Monsanto ist Vorkämpfer der Anti-Matsch-Tomate, des hormonellen Kuhdopings für mehr Milchleistung und einer Schweinezucht vom Zeichenbrett. Verbraucher nennen das Frankenstein-Food, Investoren beurteilen das Geschäft auf ihre Art. Monsanto ist Oligopolist und Technologieführer.
"Ungefähr zehn Firmen bestreiten 90 Prozent des Weltmarkts für Gemüsesaatgut", sagte Seminis-Chef Kerry Preete kürzlich. "Und die ersten fünf davon liefern etwa 70 Prozent." Der Umsatz im Gemüsesaatgutmarkt wachse zweistellig und betrage 2,6 Mrd. $.
Gentechnik und Tierversuche
Künftig sollen Organe von genmanipulierten Schweinen in Menschen verpflanzt werden und Kühe sollen als »Bioreaktoren« menschliche Eiweiße in ihrer Milch produzieren. Die Industrie will mit der Patentierung solcher Tiere ihren Profit sichern.
Tierschutz Internetseite