News aus dem August 2007 (Teil 1, bis 20.07)
Genmanipulierte Futtermittel
Michael von Lüttwitz, Tierwelt, Nr. 32 vom 10.8.2007
Zeit-Fragen, 20.8.07
Gerade bei der Sojabohne wurde schon 1999 von einer besorgniserregenden Situation für den Menschen gesprochen. Verdauungsprobleme und ein Absinken der Lebenskraft waren augenschein- liche Wirkungen, die in Zusammenhang mit genveränderten Sojabohnen gebracht werden.
Da die meisten genmanipulierten Pflanzen zu Viehfutter verarbeitet werden, ist die Chance, genmanipulierte Kost über Fleisch, Milch, Eier und ähnliches aufzunehmen, gross. Umweltverbände fordern, auch solche Produkte in die Kennzeich- nungspflicht aufzunehmen. Es ist allerdings erlaubt, dass Anbieter von Eiern, Milch oder Fleisch darauf hinweisen, dass die Erzeugertiere nicht mit genmanipulierten Futtermitteln gefüttert wurden.
Siehe "Gentechnikfreie Futtermittel"
Genetisch veränderte biologische oder ethnische Waffen
Russland verbietet Ausfuhr von menschlichen Gewebeproben
Zeit-Fragen, 20.8.07
Mehrere grosse westliche medizinische Zentren, welche biologische Materialien aus Russland erhielten, seien in die Entwicklung von genetisch veränderten biologischen Waffen involviert.
Die Meldung von «Kommersant» lässt in zweierlei Hinsicht aufhorchen:
Zum einen wirft sie ein Licht auf die schmutzige Praxis der Pharmaindustrie, die Armut und Wehrlosigkeit der Menschen in anderen Ländern auszunutzen, um dort Versuche durchführen zu können, die bei uns nicht möglich wären. Zum zweiten zeigt die Meldung aber auch die massive Verflechtung von privater und militärischer Forschung.
Erbgut eines pflanzenwachstumsfördernden Bakteriums entschlüsselt - Entwicklung von verbessertem "Biodünger" jetzt möglich
Christine Schniedermann, Pressestelle
Humboldt-Universität zu Berlin, 20.08.2007
Wissenschaftlern der Humboldt-Universität zu Berlin und der Georg-August-Universität Göttingen ist es gelungen, das Erbgut eines Bakteriums vollständig zu entschlüsseln, das als "Biodünger", eine umweltfreundlichen Alternative zu chemischen Düngemitteln darstellt. Das "nützliche" Bakterium mit dem Namen Bacillus amyloliquefaciens besiedelt die pflanzliche Wurzelzone und fördert das Pflanzenwachstum durch die Bereitstellung zusätzlicher Nährstoffe und anderen Stoffwechselprodukten der Mikrobenzelle, die teilweise noch unbekannt sind.
Wieder eine Alternative zur Grünen Gentechnik!
Antwort von Landwirtschaftsminister Uhlenberg auf die Kl. Anfrage von MdL Wiegand zum Durchwuchsmais, 17.8.07
Kleine Anfrage 1785
Antwort
Ministerin glaubt Bauern nicht
Biobäuerin Tanja Holzschuh berichtet für BLIX, 16.8.07
Die CDU-Bundestagsabgeordnete von Ulm/Alb-Donau und Bundesbildungsministerin Annette Schavan waren am 20. Juli zum Bürgerforum der CDU nach Ehingen eingeladen. Zum Thema die Grüne Gentechnik lautete das Motto „Bürger beifragen– Experten antworten.“ Die Bürger, etwa 100
an der Zahl, überwiegend Bauern, lasen den Experten, inklusive der Bundesministerin die Leviten, bis diese flüchteten. Eine Veranstaltung der denkwürdigen Art.
Landesregierung verteidigt Fördermittelkürzung
Mitteldeutsche Zeitung, 15.08.07
Sachsen-Anhalts Landesregierung hat die Kürzung von Subventionen für Biotechnologie-Firmen verteidigt. «Wenn 90 Prozent der Bevölkerung absolute Vorbehalte gegen genveränderte Lebensmittel haben, dann ist das ein Akzeptanz- und Marktproblem, auf das ich reagieren muss», sagte Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU).
500ster Hof ohne Gentechnik
Borkener Zeitung, 14.8.07
Eine Anbaufläche von 14.500 Hektar im Münsterland gilt als 'gentechnikfreie Zone', sagt Martina Kiel vom Verein 'Regionale Landwirtschaft Münsterland (RLM)'. Damit verfügt das Münsterland über die größte Zone in Norddeutschland.
Bauer Egbring fürchtet seine Abhängigkeit von Saatgutkonzernen. Die Bauern kritisieren die zu geringen Abstandsregelungen sowie eine intrans- parente Informationspolitik von Behörden und Konzernen. Angebliche Vorteile von Genmais hätten sich außerdem als nur kurzfristig erwiesen.
Mitmachen:
Siehe 'Aktionen / Gentechnikfreie Region'
Hat der Agrarkonzern Monsanto das Interesse an Leingarten verloren?
Heilbronner Stimme, 14.8.07
Es spricht einiges dafür. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist das Unternehmen noch immer einige Unterlagen schuldig - für einen Antrag, der bereits Anfang 2006 gestellt wurde.
Monsanto heute: Wenn nach Auswertung vorliegender Daten noch Testbedarf besteht, für den Leingarten geeignet ist, komme der Standort in Betracht. Aber nur nach Abwägung der gesellschaftlichen Akzeptanz. Diese neuen Töne werden die Genmais-Gegner gerne hören.
«Nicht im Griff, was passiert» - Ein schwäbischer Imker kämpft gegen den Gen-Mais - Zum Schutz der Bienen durch die Instanzen
adhoc-news.de, ddp-Korrespondentin Kathrin Hedtke, 10.8.07
Zwei Mal war der Imker bereits vor Gericht, jetzt geht es vor dem Verwaltungsgericht Augsburg in die dritte Runde. «Wenn es sein muss, gehe ich bis zum Europäischen Gerichtshof», kündigt Imker Karl-Heinz Bablok an.
Hipp erwartet von Landwirten Gentechnik-Verzicht
agrarheute.com, 10.8.07

Claus Hipp (Foto: Werkbild)
Berlin - Nach der Verabschiedung des neuen Gentechnikgesetzes erwartet der Babynahrungs- hersteller Claus Hipp, dass die überwiegende Zahl der Landwirte in Deutschland auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verzichtet.
In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) sagte Hipp: "Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir alternative Bezugsquellen finden und nutzen." Diese könnten auch im Ausland sein. Sein Unternehmen betrachte jeglichen Anbau genmanipulierter Pflanzen mit Sorge, sagte Hipp. Das Kernproblem sei die unkontrollierte Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen in die Umwelt, betonte der Firmenchef.
BIO-KONTROLLSTELLEN IGNORIEREN
0,9 %-SCHWELLE FÜR GMO
BioFach newsletter 152, 10.8.07
"Die britischen Kontrollorganisationen Soil Association und Organic Farmers & Growers werden die neue EU-Regelung, die eine Verunreinigung mit bis zu 0,9 % ohne Kennzeichnung erlauben, ignorieren. Dies berichtet Natural Products. Vor kurzem teilten beide Kontrollstellen dem britischen Umweltminister David Miliband mit, dass sie ihren gegenwärtigen Standard von der Nachweisbargrenze von 0,1 % GMO beibehalten werden, die Regierung hingegen möchte an der neuen Regelung festhalten.
Die beiden Bio-Kontrollstellen bestehen zusammen mit 70 Bio-Unternehmen in Großbritannien darauf, dass die Beibehaltung der Gentechnikfreiheit der Verbrauchererwartung entspreche und entscheidend für das Vertrauen in Bio-Lebensmittel sei."
Gesetzentwurf zur Gentechnik findet
in der Region keine Fürsprache
Augsburger Allgemeine, Christina Zuber, 10.8.07
Nördlingen. Die Interessen der Verbraucher, der Landwirte und der Forschung sollen im neuen Gentechnikgesetz berücksichtigt werden. So will es Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU). Das Bundeskabinett segnete seinen Gesetzentwurf diese Woche ab. Im Ries gibt es unter den Befürwortern und Gegnern der Gentechnik jedoch kritische Stimmen."
Neues Gentechnikgesetz:
Die Bauern sind gespalten
Der Tagesspiegel, 8.8.07
Einige Landwirte haben Angst, dass ihre Felder nun von Genpollen verunreinigt werden. Andere sehen sich in ihren Möglichkeiten behindert, "grüne Gentechnik" zu nutzen. Das neue Gentechnikgesetz stößt bei den den Bauern auf widersprüchliche Reaktionen.
„Die Haftungsregeln sind gut“
Schrot & Korn, August 2007,
Martin Fütterer interviewt Minister Seehofer
Dass er ein Gentechnik-Freund ist, kann man Minister Seehofer sicher nicht nachsagen. Dass er sie bekämpfen würde allerdings auch nicht.
Gentechnikgesetz macht gentechnikfreier Landwirtschaft den Garaus
BUND - PM, 8.8.07
"Die heute vom Bundeskabinett verabschiedete Novelle des Gentechnikgesetzes wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heftig kritisiert. Über Absprachen zwischen benachbarten Landwirten könne das Gesetz jederzeit ausgehebelt werden.
Außerdem sei der vorgesehene Abstand von Gentechnik-Feldern zu konventionell oder biologisch bewirtschafteten Maisanbauflächen viel zu gering. Der BUND warnt davor, dass sich mit diesen Regelungen gentechnisch veränderte Organismen unkontrolliert großflächig ausbreiten würden."
Greenpeace zur Gentechnik
"Unvorhersehbar und gefährlich"
n-tv, 02. 08.07
Fragen an Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei der Umweltschutzorganisation.
Gentechnik-Ölscheich muss Kunden nennen
taz - Blog, 02.08.2007 von saveourseeds
Ob Ihre Pommes in Gentechnik-Sojaöl frittiert werden, können Sie nicht riechen. Die Frittenbude muss es Ihnen aber mitteilen. Ob sie das auch tut, will die Berliner Lebensmittelaufsicht überprüfen. Weil sie in großem Stil Gentechnik-Öl verkauft, forderten die Beamten von der Firma Gerlicher aus Berlin Reinickendorf (”Ein 100-prozentig reines Öl für alle Fälle”), eine Kundenliste. Wollte die nicht rausrücken - wurde ihr aber jetzt vom Verwaltungsgericht Berlin befohlen.
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