Schweriner Volkszeitung, Anja Bölck, 05.11.07
Dass in diesem Sommer die neunte Gentechnikfreie Region in Mecklenburg-Vorpommern ausgerufen wurde, hat kaum jemand bemerkt. Wieder erklärten sich Biobauern und konventionelle Landwirte - diesmal aus dem Schweriner Umland - bereit, kein gentechnisch verändertes Saatgut auszubringen. Warum tun sie das? Und warum haben es plötzlich alle so eilig, solche Bündnisse einzugehen?
Ächtung wird Schlüsselprojekt in Taunusstein / Biobauern sehen ihre Existenz bedroht / ev. Kirche sieht Alternativen
Wiesbadener Kurier, 3.11.2007
"Es geht nicht darum, eine Panik-Botschaft vermitteln, sondern sich mit dem Thema kritisch auseinander zu setzen und Warnhinweise ernst zu nehmen", erklärte Diplom-Agraringenieurin Maren Heincke, Referentin der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. So spricht sie von einem möglichen Risiko, von der Gefahr Allergie auslösender Stoffe und Gifte. Betont, dass die evangelische Kirche darauf abhebe, dass es gute und genügend viele Alternativen zu solch veränderten Lebensmitteln gebe. Gibt zu bedenken, dass auch nützliche Pflanzen geschädigt werden können, angesichts des Arguments, die Veränderungen im Saatgut dienten der Schädlingsresistenz. "Gentechnik kann die Probleme nicht lösen, weil sie nicht an den Ursachen ansetzt", sagt Heincke.
HANDELSBLATT, 28.11.2007
Sojabohnen, Stacheldraht, Schießereien: Der Kampf um genveränderte Pflanzen wird immer verbissener geführt. In Brasilien gibt es bereits die ersten Toten. Für den Schweizer Agrochemie-Konzern Syngenta ist das ein herber Rückschlag. Jetzt fürchtet das Unternehmen um sein Image.
www.jungewelt.de, 27.11.2007
Biotechnologie ist keine »Wunderwaffe« gegen Unterernährung, sondern dient dem Profit der Konzerne. Ein Gespräch mit Vandana Shiva
26.11.2007
Brüssel (AFP) — Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) dringt auf einen vorläufigen Stopp der Zulassung neuer Genpflanzen in Europa. Das Genehmigungsverfahren sei politisch "bedenklich", da es die Vorbehalte der Bevölkerung gegen Genprodukte nicht ausreichend berücksichtige, sagte Seehofer in Brüssel vor dem EU-Agrarrat, bei dem es auch um die umstrittenen Zulassungsregeln geht. Darin sei er sich mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) einig. "Das sollte man jetzt erstmal stoppen und schauen, ist das Verfahren so in Ordnung", sagte der Minister.
Seehofer will die EU-Kommission auffordern, Vorschläge für eine Änderung des Genehmigungsverfahrens vorzulegen. Nach den seit rund drei Jahren geltenden Regeln schlägt die Kommission den Mitgliedstaaten die Zulassung aufgrund einer Risikoanalyse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor. Die Entscheidung der Politik zu überlassen, sei aber "hoch unbefriedigend", sagte Seehofer: "Das wäre ja so, als wenn politische Gremien über die Zulassung von Arzneimitteln entscheiden würden."
Ein vorläufiges Moratorium würde auch ein deutsches Produkt treffen: die Genkartoffel Amflora des BASF-Konzerns. Das Unternehmen will die Kartoffel nicht nur für die Stärkeproduktion in der Industrie, sondern auch als Futtermittel etwa für Schweine genehmigen lassen. Seehofer lehnt dies nach eigenen Worten ab, da Amflora damit in die Nahrungsmittelkette gelangen würde.
campact.de, 9.11.2007
Die Gesetzesvorlage sowie die Reden der Fachpolitiker/innen wurden heute Nacht gegen 3:45 Uhr lediglich zu Protokoll gegeben und an die Parlaments-Ausschüsse zur Beratung überwiesen.
Rhöner Landwirtschaft setzt Initiative fort
Über 40 Prozent der Landwirte im Landkreis Fulda, aber auch der Kreistag, der Gebietsagrarausschuss und der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld lehnen weiterhin den Anbau gentechnisch veränderten Saatgutes ab.
Fuldaer Zeitung , 9.11.2007
MARGRETENHAUN (bh) 1100 Rhöner Landwirte aus Hessen, Thüringen und Bayern hatten sich 2005 verpflichtet, auf ihren 63 000 Hektar Bewirtschaftungsfläche keine gentechnisch veränderten Pflanzen anzubauen. Als Folge wurde das Biosphärenreservat zur gentechnikfreien Zone erklärt. Jetzt läuft die Aktion aus. Eine zweite Runde startet aber.
Auch das Westmünsterland soll gentechnikfreie Zone werden;
siehe 'Aktionen - gentechnikfreie Region',
Machen Sie mit!
Deutscher Bundestag, Aktuell, 8.11.2007
Berlin: (hib/HAU) Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert in einem Antrag (16/6943) den umfassenden Schutz von Mensch, Umwelt und gentechnikfreier Landwirtschaft im Gentechnikrecht ebenso sicherzustellen wie die volle Transparenz und Wahlfreiheit beim Umgang mit gentechnische veränderten Organismen. Um die Nützlichkeit des Standortregisters für die landwirtschaftliche Praxis zu erhöhen, so die Antragsteller, solle zukünftig gewährleistet sein, dass gemeldete Flächen mit gentechnisch verändertem Anbau wieder aus dem Register gestrichen werden, wenn entgegen der ursprünglichen Planung doch nicht gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Ein weiterer Antrag der Bündnisgrünen (16/6944) fordert die Kennzeichnung von Produkten von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert werden.
Borkener Zeitung, 8.11.2007
Bericht über eine Veranstaltung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Borken-Burlo mit Dr. Waltraut Ruland von der Landwirtschaftskammer Bonn am 6.11.2007.
Vortragsreihe
Viele Bauern befürworten gentechnikfreie Region Ostallgäu
Allgäuer Zeitung, all-in.de, 7.11.2007
Obergünzburg/Ostallgäu | Zu Vorträgen über eine gentechnikfreie Region Ostallgäu unter dem Motto „Die Landwirtschaft braucht keine Gentechnik“ luden der Bayerische Bauern-Verband (BBV) und der Bioring Allgäu nach Obergünzburg, Germaringen und Seeg ein.
Zeit-Fragen (Hintergrundbericht), 7.11.2007
Auf Grund der mehrheitlichen Ablehnung der Österreicher besteht bis dato ein Verbot für Anbau und Import von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Vergangene Woche hat die EU im dritten Anlauf dieses Verbot gekippt. Die EU zwingt nun Österreich zur Legitimation der Einfuhr von gentechnisch verändertem Mais.
BUND (Pressemitteilung), 7.11.2007
Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Ökologische Ärztebund, der Verband Privater Brauereien Deutschland und UnternehmensGrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft, fordern entscheidende Nachbesserungen am neuen Gentechnikgesetz. Es wird dem Parlament am kommenden Freitag zur ersten Lesung vorgelegt.
In einem von 36 Verbänden unterzeichnetenOffenen Brief an die Abgeordneten des Bundestages und in einem Manifest, das von zahlreichen Unternehmen unterzeichnet wurde, verlangen sie die Sicherung der gentechnikfreien Lebensmittelwirtschaft. Die gen- technikfreie Saatgutgewinnung und Landwirtschaft müssten geschützt, die Artenvielfalt dürfe nicht beeinträchtigt werden und die Verbraucherbraucherpreise dürften durch die Gentechnik nicht steigen.
genfood.wordpress.com, 7.11.2007
Quelle: Deutschland Radio, Michael Lange
Biologie. - In Pharmazie und Medizin hat sich die RNS-Interferenz in den vergangenen Jahren zum großen Hoffnungsträger entwickelt und wurde 2006 gar mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Jetzt hoffen Wissenschaftler, mit den RNS-Fragmenten den Pflanzenschutz vorantreiben zu können.