Netzwerk
Borken ohne genmanipulierten Mais

Mitglied im „Bündnis für den Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen“


Unterschriftenübergabe

13.11.2006 - Netzwerk übergibt 1937 gesammelte Unterschriften an MdB Ingrid Arndt-Brauer (SPD) und MdL Stefanie Wiegand (SPD).

Das Netzwerk "Borken ohne genmanipulierten Mais" hat der Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer (SPD) und der Landtagsabgeordneten Stefanie Wiegand seinen Aufruf mit 1937 Unterschriften übergeben.

Die anderen Abgeordneten werden informiert, ebenso wie Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Seehofer, Bundessortenamt, Landwirtschaftskammer und Bauernverbände, sowie der Landwirt, auf dessen Feld der Anbau erfolgte.

Fast 2000 Bürgerinnen und Bürger haben mit Ihrer Unterschrift bekundet:
"Ich will eine nachhaltige ökologische und damit gesunde Lebensmittel-Produktion.Ich will mich weiterhin gentechnikfrei ernähren.Ich will, dass der gentechnikfreie Ackerbau vor Ort erhalten bleibt."

Die Abgeordneten werden aufgefordert, sich in den Parlamenten und in ihren Parteien für die Forderungen ihrer Wählerinnen und Wähler einzusetzen.
Dr. Hamann zeigte sich als Sprecher des Netzwerks zufrieden mit der Resonanz. In vielfältigsten Aktionen und die Medienresonanz sei es gelungen, die Bürgerschaft auf die Thematik aufmerksam zu machen.

Die Landwirtsfrau Elvira Stroop wies darauf hin, dass künftig eine verschuldensunabhängige Haftung erst bei einer gentechnischen Verunreinigung ab 0,9 Prozent vorgesehen sei. "Bereits heute müssen die Bauern in der Regel den Mühlen und Lebensmittelherstellern die Gentechnikfreiheit ihrer Produkte garantieren, was ihnen im übrigen erhebliche Kosten verursacht. Wer das nicht kann, trägt den Schaden mit allen Folgen für die wirtschaftliche Existenz des Betriebes. Und das gilt nicht etwa nur für die Biobauern, sondern gleichfalls für konventionell produzierende Landwirte." Ferner solle es keinen Haftungsfond geben, wie seinerzeit angeregt, denn die möglichen Verursacher weigern sich standhaft, in einen solchen einzuzahlen. Stroops Vermutung: "Weil es eine unleugbare Tatsache ist, die auch von allen zugegeben wird, dass Kontaminationen nicht zu verhindern sind."
Stroop weist auf gentechnikfreie Zonen in Europa hin, wie z.B. in Frankreich mittlerweile fast flächendeckend. "Deutschland muss sich also anstrengen, dass dieser "Qualitätszug" nicht ohne uns abfährt. Wir beraubten uns eines Standortvorteils, würden die Bauern auf die "Grüne Gentechnik" umschwenken." Wegen der höheren Produktionskosten hierzulande sei der Erhalt qualitätvoller landwirtschaftlicher Produkte dringend erforderlich. Frau Stroop zieht daraus den Schluss: "Es kann nur ein absolutes Nein zum Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen geben." Und zur Untermauerung führt Sie noch einige Zitate aus dem Munde berufenerer Leute an:

Die Hausfrau Dorothea Stemmer ergänzt: "Es gibt inzwischen Gutachten, beispielsweise aus Österreich, die negative Auswirkungen von Gentech-Pflanzen in der Nahrungskette auf den Menschen belegen. Da wird verständlich, dass Österreich, wie viele weitere Länder Europas, den Gentech-Anbau weiterhin strikt ablehnen."
Frau Stemmer empfiehlt den Landwirten gentechnikfrei zu produzieren. Gentechnikfrei gefütterte Schweine seien in Deutschland eine Marktlücke. Die "Grüne Gentechnik" sei überhaupt eine veraltete Technik, auf die sich nicht mehr lohne umzusteigen. "Mit Hilfe der Biotechnologie ist in den letzten Jahren auch die Präzisionszucht entstanden. Nach dem Motto "clever kreuzen" können damit in vielfach kürzerer Zeit neue gewünschte Pflanzensorten entstehen." Stemmer zitiert dazu Monsanto-Chef Hugh Grant: "In unserem Geschäft gewinnt die klassische Züchtung wieder an Bedeutung."

Im Namen des "Netzwerk Borken ohne genmanipulierten Mais" forderte Dr. Rainer Hamann die Abgeordneten auf:"Setzen Sie sich dafür ein, dass Gentechnik-Produzenten auch für Schäden unter 0,9 Prozent haften.Setzen Sie sich für das Verursacherprinzip ein. Gentechnik-Produzenten müssen für alle durch sie verursachten Kosten aufkommen, auch für die Analysen zur Feststellung gentechnischer Verunreinigung.Sorgen Sie dafür, dass Gentechnik-Produzenten auch für Schäden an der Natur haften. Der ökologische Sachverstand des Bundesamtes für Naturschutz muss bereits in das Zulassungsverfahren gleichberechtigt einfließen.Schützen Sie die Interessen von Verbrauchern und Landwirten in Ihrem Wahlkreis und nicht die Gewinninteressen der Gentechnik-Industrie! Schützen Sie die gentechnikfreie Landwirtschaft im Kreis Borken und in Deutschland.Bitte informieren Sie sich über die katastrophalen Auswirkungen der "Grünen Gentechnik" in anderen Ländern. Es kann nicht Ihr Wille sein, diese Verhältnisse hier nachzuahmen. Ermuntern Sie die Landwirte unserer Region, ihren Verzicht auf Verwendung der "Grünen Gentechnik" selbstverpflichtend zu erklären, so wie es bereits 255 Bauern im Münsterland getan haben."

Die Landtagsabgeordnete Stefanie Wiegand (SPD) lobte in ihrer Erwiderung das Engagement der Netzwerk-Mitglieder. Es sei wichtig, dass sich Bürger einmischen und artikulieren. "Ich werde im Landwirtschaftsausschuss den Standpunkt der 1937 Bürger vertreten und den Aufruf mit der Unterschriftenliste dem Landwirtschaftsminister Uhlendorf übergeben." Sie sehe auch keine Notwendigkeit, in NRW die Grüne Gentechnik für Rohstoffenergie­pflanzen zuzulassen. Der jüngste Reisskandal habe deutlich gezeigt, dass die Grüne Gentechnik nicht sicher beherrschbar sei.Die Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (SPD), die als Erstunterzeichnerin den Aufruf unterschrieben hatte, will Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer den Aufruf mit der Unterschriftenliste übergeben. Sie sei froh, dass ihr Wahlkreis gentechnikfrei sei. "Mich brauchen Sie nicht zu überzeugen. Ich möchte meine vier Kinder auch weiterhin gentechnikfrei ernähren." Sie hoffe, dass es im Bundestag eine Mehrheit dafür gebe, Aufweichungen im Gentechnikgesetz zu verhindern. Das Netzwerk lobte Sie, wegen seiner Parteienunabhängigkeit und der Konzentration des Protestes auf die Grüne Gentechnik, denn die sogenannte Weiße Gentechnik in der Medizinforschung sei eine andere und durchaus hilfreich.

Download zum Nachlesen: Unterschriftenliste und Aufruf im PDF-Format