Das "Netzwerk Borken ohne genmanipulierten Mais" hatte am Sonnabend die Teilnehmer der "Bio-bewegt-Touren" auf dem Bioland Hof Finke in Borken-Hoxfeld aufgerufen zu einer Radtour zum Genmaisfeld in Borkenwirthe. Der US-amerikanische Konzern Monsanto hat dort den gegen den Maiszünsler resistenten "Bt-Mais Mon 810" im Freilandversuch ausgebracht und geht hier in die "Sortenprüfung".
Am Genmaisfeld gab Thomas Overkamp wichtige Informationen. Unter anderem führte er aus, es sei unverständlich, warum die Landwirte sich in die Abhängigkeit großer Saatgut- und Düngemittel- und Pestizid-Konzerne begeben sollten. "Neben den rund 30 bis 35 Prozent höheren Saatgutmehrkosten fallen noch Kosten für zusätzliche Reinigungsgänge, Tests und für getrennte Lagerung und Vermarktung an. Gegebenenfalls kommen Schadensersatzforderungen von Nachbarn noch hinzu." Overkamp weiter: "Außerdem lehren die Erfahrungen in anderen Ländern, dass die versprochenen Ertragssteigerungen nicht eintreten sowie Bodenverbesserungs- und andere Schädlingsbekämpfungsaktionen nicht überflüssig werden. Ein Nebeneinander von traditionellem Anbau und solchem mit gentechnischveränderten Pflanzen ist unmöglich."
Dr. Rainer Hamann ergänzte: "Konsequent haben Österreich, die Schweiz, Ungarn und Polen den Anbau und teilweise den Import gentechnisch veränderter Lebensmittel verboten. Griechenland hat alle Maissorten mit dem Konstrukt Mon 810 bei sich verboten. In der Europäischen Union gibt es mit Ausnahme von Spanien noch keinen kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Organismen. Dr. Hamann ist sich deshalb sicher, dass mit Aufklärung und massiven Protesten der Verbraucher in Richtung Politik, Deutschland und Europa weiterhin frei von gentechnisch veränderten Lebensmitteln bleiben könne. Weswegen das so wichtig ist, belegt Dr. Hamann mit einem neuen Forschungsergebnis: "Erstmals hat eine österreichische Studie diverse Risiken für den Menschen nachgewiesen, von Allergieauslösern bis zu Beeinträchtigungen des Immunsystems." Die Biologen warnten, "Was in der Zelle geschieht, haben wir nicht mehr in der Hand. Es spricht viel dafür, dass wir auf diesem Weg eine Menge Geister aufrufen, die wir nicht mehr loswerden können."