Der
Landtagsabgeordnete Johannes Remmel, Bündnis90/DIE GRÜNEN,
war am 18.9.07 zu einem Meinungsaustausch zur aktuellen Situation über den genmanipulierten Maisanbau in Borken.
Er informierte sich zunächst am Genmaisakerund diskutierte anschließend
in der Geschäftsstelle der Grünen, Borken, Johann-Walling-Str. 23 mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

Auf dem Feld steht noch Mais, allerdings könnte das auch nur der sichtbare Mantelmais sein, also der Streifen konventioneller Mais, der etwa 20 Meter breit am Außenrand des Genmaisfelds gepflanzt ist. Fahrspuren in das Innere des Feldes deuten darauf hin, dass der Genmais bereits in irgend einer Form weiter behandelt oder gar schon geerntet worden ist.
Zwei Beobachtungstürmchen wurden inzwischen errichtet, um das Feld zu bewachen. Folgerichtig wurden die Bürger von zwei jungen Wachschützern "begrüßt". Diese drängten darauf, man möge doch den Privatgrund, Feld und auch den Weg dorthin, nicht betreten und auf die Fahrstraße zurückgehen, was natürlich auch geschah, denn - wie immer - war die Aktion friedlich angelegt. Auskünfte zu ihrem Auftrag, Ihrer Person und dem geschehen auf dem Feld wollten oder konnten die Beiden nicht geben. Dennoch offenbar ängstlich, telefonierten die Wachleute heftig; sagten, Sie hätten die Polizei gerufen. Auf die warteten wir noch eine Weile vergeblich und baten die Wachleute schließlich, die Beamten in die Geschäftsstelle der Grünen nach Borken zu schicken, wo weiter diskutiert wurde.

MdL Remmel erläuterte den Standpunkt der Grünen:
Agro-Gentechnik wird abgelehnt, weil sie keiner brauche, weil immer wieder Unzulänglichkeiten bekannt würden, die die Risiken dieser Technik deutlich zeigten, weil sich alle Versprechungen der Konzerne in der Praxis als falsch erwiesen, weil klein- und mittelständische bäuerliche Strukturen vernichtet würden und sich Landwirte in Abhängigkeit begäben. Die Grüne Landtagsfraktion werde im Düsseldorfer Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss die Landesregierung fragen, wie denn das Monitoring der Firma Monsanto aussehe, was denn mit den Maispflanzen geschehe usw.
Es habe bei vielen Politikern offenbar doch ein Umdenken stattgefunden - nicht zuletzt durch die Proteste und die ablehnende Haltung der Bevölkerung. Deshalb sei der am Freitag im Bundestag zur Abstimmung vorliegende Gentechnikgesetzentwurf in einigen kritischen Punkten im Sinne der Gentechnikgegner verändert worden. Nun hoffe er, dass weitere Änderungen möglich würden.
Er hege die Befürchtung, dass die Grüne Gentechnik in den Forschungsbereich "abgeschoben" weiter betrieben werde, wodurch man sie aber der Öffentlichkeit weitestgehend entziehen kann. Remmel ermunterte die Initiativen vor Ort ihr Engagement fortzusetzen. In vielen Ländern der EU sei die Gentechnik oder zumindest weite Bereiche verboten und die Bevölkerungen lehnten ganz überwiegend genmanipulierte Lebensmittel ab. Entsprechend müsse auf EU-Ebene gehandelt werden.
Siehe auch den Bericht der
Borkener Zeitung vom 19.9.07.
In ihm wird deutlich, dass das Bundessortenamt schon seit Mai einen Wachdienst beauftragt hat, rund um die Uhr das Genmaisfeld in Borkenwirthe zu bewachen. Deshalb auch die beiden Wachtürmchen am Feld.